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Alfherî

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1

Mittwoch, 4. Februar 2009, 12:35

Antike Waffenkammer !!! Klingen, Äxte, Speere und mehr

Hier in diesem Thread darf alles rund um Waffen, Vorteile und Nachteile gesprochen und präsentiert werden. In der Antike gibt es eine Menge davon und einigen Waffen werden sogar Mythen nacherzählt. Herzlich eingeladen sind alle, besonders unser Waffenschmied Garon.
Es können Texte gepostet werden und Bilder sind natürlich immer gut, damit man genau sehen kann um was es geht. Nicht jeder kennt den Unterschied zwischen antiken Waffennamen nicht.

PS: Fäuste und Beine sind natürlich auch Waffen. Wer möchte darf natürlich auch Fragen stellen, ich werde mit meinem Wissen versuchen möglichst gut zu antworten.

Alfherî

unregistriert

2

Mittwoch, 4. Februar 2009, 12:51

Das Sax

Das Sax ist ein kurzes bis mittelgroßes Haumesser, dass sowohl für schwere Arbeiten mit Holz, sowie auch völlig kampftauglich ist. Das Wort Sax ist ein überregionaler Begriff gewesen, der unabhängig von Ethnie oder Herkunft bekannt war. "Sax" bedeutet nichts anderes als Schwert. Folglich sind die Saxen die "Schwertträger".

Herkunft: In sämtlichen germanischen, keltischen und skandinavischen Regionen zu finden. Später als Scramasax von den Wikingern getragen
Zeit: 2000 v. Chr - dato
Länge: 60cm (Scramasax/Langsax ca. 90 cm)
Material: Geschmiedetes Eisen/ selten Bronze, da Bronze zu weich war. In frühesten Zeiten sogar noch aus Knochen.

Kampfverhalten: Das Sax stand der Wirkung eines römischen Gladius um nichts nach. Die Herstellung war schon in frühesten Zeiten sehr hoch entwickelt, speziell in der Quailität der Arbeit. Im Vergleich zu einem römischen Gladius konnte das Sax mit seiner langen einschneidigen Klinge für Hiebattacken genutzt werden, während der Gladius hauptsächlich als Stichwaffe diente. Ein deutlicher Nachteil war jedoch, dass man aufgrund der kurzen Reichweite immer im unmittelbaren Nahkampf kämpfen musste und man mit dem Sax vergleichsweise schwache Stiche ausführen kann. In Kombination mit einem Schild, in welcher man auf Stichattacken um den Schild des Gegners angewiesen ist, war man mit einem Sax nicht sogut gerüstet. Jedoch konnte diese Waffe recht zahlreich hergestellt werden, da sie als selbstverständliches Werkzeug des Mannes galt. Die vergleichweise gute Qualität stellten für die Germanen, die sehr lange mit dieser Waffe gegen die Römer kämpften einen deutlichen Vorteil dar. Sie war leicht herzustellen und trotzdem effektiv genug, um römischen Legionären damit das Leben schwer zu machen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Alfherî« (5. Februar 2009, 00:54)


Alfherî

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3

Mittwoch, 4. Februar 2009, 13:02

Der Gladius

Der Gladius ist das römische Kurzschwert. Im Vergleich zu vielen anderen Waffen war dies eine der ersten Waffen der Geschichte die als einheitliches Massenprodukt hergestellt wurde. Zwar unterschieden sich die Ausführungen, aber die Herstellung und die Teile der Waffen waren zeitweise genau festgelegt und es wurde von den Heerführern gewünscht ein einheitliches Waffenbild zu haben. Rein optisch unterschied sich die römische Armee besonders druch ihr einheitliches auftreten.

Herkunft:
Italienische Halbinsel bis in die nördliche Schweiz. Auch in alpinen Keltenstämmen weit verbreitet
Zeit: 100 v.Chr. - 240 n.Chr.
Länge: 60- 80 cm
Material: Geschmiedetes Eisen, Bronze, später sogar Kohlenstoffstahl

Kampfverhalten: Der Gladius war trotz seiner breiten Klinge weniger für Hiebe als für kraftvolle Stiche vorgesehen. Besonders druch die Spitze und der folgenden breiten Klinge waren Stichverletzungen damit enorm kraftvoll und verheerend. Ein Gegner konnte damit förmlich aufgespießt werden. Es ist nachgewiesen,dass die Römer einen Stich im engsten Nahkampf von oben in die Halsgegend des Gegners trainierten. Dieser Stich war, wenn er traf tödlich, es gab keine Überlebenschance, da es gut möglich sein konnte, dass sich der Gladius 20-40cm, vielleicht sogar vollständig in den Leib des Gegners bohrt. Ein Nachteil ist wie beim Sax die inmittelbare nähe zum Gegner. Den römischen Legionären mangelte es stark an waffenloser Nahkampferfahrung, was sie besonders im engen Nahkampf für überraschende waffenlose Techniken wehrlos machte. Diesen Nachteil hofften man mit dem großen Legionärsschild auszugleichen, mit wenig Erfolg. Erst als den Legionären einheitlich ein Pilum, der Wurfspeer zugeteilt wurde, war der Nachteil durch die unmittelbare Nähe zum Gegner gut ausgeglichen.

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Chupacabra

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4

Mittwoch, 4. Februar 2009, 13:21

Interessanter Thread :thumbup:

Wäre es möglich das du als nächstes das griechische Kophis beschreibst? Es war nämlich neben dem Gladius eines der bekanntesten Schwerter in der antiken Welt.

Ich würde es gern selbst machen, aber bis auf einige allgemeine Informationen kann ich nicht viel übers Kampfverhalten ins Detail schreiben.

Weiter so :thumbsup:

In memoriam: ~nushinta~

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Chupacabra« (4. Februar 2009, 13:37)


Alfherî

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5

Mittwoch, 4. Februar 2009, 15:47

Falcata (Kopis)

Die Falcata ist ein Kurzschwert, dass sowohl im frühen ägyptischen Raum als auch in späteren Zeiten um das Jahr 0 weit verbreitet war. Falcata leitet sich aus dem lateinischen "falx" ab, was soviel wie Sichel oder Sense bedeutet. Man könnte Falcata also mit Sicherlschwert übersetzen. In vorrömischer Zeit hatte die Schwertgattung, die uns heute als Sciherlschwerter bekannt ist, viele Namen und Formen wie zum Beispiel das ägyptische Khepesh, sowie auch in Griechenland weit verbreitet die Kopis.

Herkunft: Im gesamten Mittelmeerraum, sowie im mesopotamischen bis indischen Raum. Sehr überregional
Zeit: 4000 v.Chr. - 100 n.Chr.
Länge: bis zu 1 Meter
Material: Hauptsächlich Bronze, später geschmiedetes Eisen

Kampfverhalten: Trotz einer sehr gefährlichen Spitze war die Falcata meistens als Schnittwaffe gedacht. In Zeiten, wo wenig Panzerung am Soldat herrschte waren weniger Stiche, als gefährliche Schnitte effektiv. Die Schnittwunden konnten bis auf den Knochen gehen und hatten meistens schwere Infektionen zur Folge und führten wenn man eine Schlacht überlebte meistens erst später zum Tod. Da sehr wenige Völker der Antike viel Panzerung besaßen blieb die Falcata bis in die Spätantike eine der beliebtesten Waffen. Besonders im klassischen Griechenland galt die Waffe Kopis neben einer Spatha (griechischer Gladius) als Hauptinfanteriewaffe. Einer der größten Nachteile, weshalb die Falcata in der Spätantike eher als "Armenwaffe" galt war ihre mangelnde Robustheit. Meist waren sie aus Bronze gefertigt und zu weich für harte Gefechte. Die konnten zudem schnell reapiert und wieder zurechtgebogen werden. Jedoch waren Stiche gegen einfache Schilde oder gar kräftige Hiebe nicht stark genug um einen Gegner unmittelbar mit einem Schlag niederzustrecken. Ein Kampf mit Sichelschwertern war sicherlich kein schöner Anblick. Selbst die Römer brachten der Waffe großen Respekt entgegen, was sich in der Verwendung eines Sichelschwertes beim "Traex"-Gladiator zeigt. Ein klarer Vorteil eines Sicherlschwertes war sicher sein geringes Gewicht, die verhältnismäßig einfach Herstellung und die nachhaltige Wirkung von Schnittwunden.


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Alfherî

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6

Mittwoch, 4. Februar 2009, 16:27

Falx

Die Falx ist der große Bruder der Falcata. Es ist ein großes zweihändiges Sichelschwert, dass eigentlich als Feldwerkzeug zum Einsatz kam. Die Falx war besonders unter den Völkern des heutigen Balkans weit verbreitet und sorgten für große Probleme während den Dakerkriegen. Die Falx war so mächtig, dass die gesamte Rüstung der Legionäre erneuert werden musste, da die Ausrüstung der Römer vor Angriffen mit einer Falx keinen Schutz bieten konnte. Es gibt zahlreiche Berichte von entzwei geschlagenen und verstümmelten Legionären, nicht einmal der große Legionärsschild stellte eine Schutzmaßnahme gegen ein Falxhieb dar. Besonders da man die Falx bevorzugt mit der gekrümmten Seite nach innen benutze.

Herkunft:
Balkanraum, vereinzelt im mesopotamischem Raum
Zeit: sehr schwer zu datieren, da das Feldwerkzeug Falx bis ins späte Mittelalter gang und gebe war und damals Kriegssense genannt wurde
Länge: 1m-1,50m
Material: Geschmiedetes Eisen, oftmals auch Bronze

Kampfverhalten: Die Falx bietet technisch kaum Möglichkeiten. Sie ist grobschlächtig und lässt nur eine Angriffmöglichkeit zu: Kravtvolle Hiebe mit beiden Händen geführt. Die Daker rannten wild auf die Feinde zu und zerschlugen jegliche Formation mit dem ersten Ansturm. Auch die etwas höhere Reichweite machte es im Nahkampf schwer einen Falxträger zu bezwingen. Solange man mit einer Falx wild um sich schlug, war es Gegnern nicht möglich in den Nahkampf zu gehen, sofern sich nicht über eine entsprechende Waffe dafür verfügten. Jedoch verhindert die Falx jegliche Schutzmöglichkeiten im Falle eines Angriffs. Auf schnelle Angriffe konnte man mit eier Falx sicherlich schwer reagieren. Die Falx war sozusagen eine reine Offensivwaffe. Trotz ihrer völlig schlichten Herstellung und Verarbeitung genügte diese mächtige Hiebwaffe, um die Römer zu mehreren Rückzügen zu zwingen und Dakien erfolgreich für mehrere Jahre zu verteidigen. Mit ihr ist es keine Schwierigkeit einen Mann entzwei zu schlagen oder eine Gliedmaße einfach abzuschlagen.

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Alfherî

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7

Mittwoch, 4. Februar 2009, 17:01

Romphaia

Wenn es eine Waffe gibt, die noch fruchtbarer ist als ein Lanzenansturm der Kavallerie, dann ist es der Anstrum von Reiter bewaffnet mit eine Romphaia. Die Romphaia ist ähnlich wie die Falx ein eigentlich Felderntewerkzeug. Jedoch war diese Sense noch größer als die Falx. Mit ihr konnte man recht einfach viel Gras oder Getreide abmähen. Doch vom Pferd aus war die Wirkung verheerend. Der Begriff Romphaia taucht auch in der Septuaginta, der antiken griechischen Bibelübersetzung auf.

Herkunft: Balkanraum, speziell der thrakische Stamm der Bastarner
Zeit: Sensen dieser Größe wurden ausschließlich für den Zeitraum 400 v.Chr.-200 n Chr. datiert
Länge: bis zu 2m
Material: Geschmiedetes Eisen, oftmals auch Bronze

Kampfverhalten:
Ganz gleich ob zu Fuß oder vom Pferd, der Hieb einer Romphaia war noch verheerender als jener der Falx. Man könnte die Romphaia als antikes Zweihandschwert betrachten. Keine Rüstung der Antike bot gegen einen Hieb dieser Waffe Schutz. Jedoch war auch die Romphaia genauso wie die Falx eine reine Offensivwaffe. Besonders mit der riesigen Romphaia war an Abwehrmanöver nicht du denken. Jedoch konnte man damit den stärksten Vorteil der Römer niederstrecken: Ihre Formation. Ritt nur eine Reihe von berittenen Romphisten auf eine Infanteriestellung konnte es gut passieren, dass keiner der Reiter überlebte, jedoch konnte man ebenso davon ausgehen, dass das angegriffene Regiment völlig zersplittert war. Gefolgt von einem Fuß-Romphisten-Ansturm gab es weniger Armeen, die nach einem solch verheerenden Ansturm noch Kampfeslust gehabt hätten. Militärisch war ein Romphist jedoch recht unbrauchbar. Man konnte Formationen mit ihm knacken, dafür war er gegen jede andere Art des Angriffs hilflos ausgeliefert, trotz des Reichweitenvorteils der Romphaia. Gegen Speer- oder Pfeilbeschuss oder gar berittene Bogenschützen, wie sie die östlichen Steppenvölker einsetzten, hatte ein Romphist nichts entgegenzusetzen. Nach wie vor war der Romphist einer der berüchtigtsten antiken Infanteriekiller. Die Romphaia wurde wie die Falx mit der gekrümmten Seite nach innen geführt. Es ist allerdings bis heute nicht ganz geklärt wie sie genau eingesetzt wurde, da es auch Vermutungen gibt, dass sie auch als Wurfwaffe, ähnlich einem Speer genutzt wurde. Auch ist sie der Falx so ähnlich, dass Romphaia ausschließlich eine noch größere Version der Falx beschreibt.

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Alfherî

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8

Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:02

Khepesh (Khopesh)

Das Khepesh ist eine der grausamsten Waffen der frühen Antike. Das Khepesh, auch Khopesh, wurde anfangs nur von reichen und wohlhabenden Menschen geführt und fand auch rituelle Anwendung in den verschiedenen ägyptischen Kulten. Später besonders gerne als Zierstück für die pharaonischen Leibwächter. Das Khepesh hatte unterschiedliche Größen und hat eine recht einmalige Form.

Herkunft: Ägypten, Mesopotamien, Arabien
Zeit: 6000 v.Chr.- 400 v.Chr.
Länge: zwischen 90 cm und 1,20m
Material: Hauptsächlich Bronze, später aus geschmiedeten Eisen

Kampfverhalten:
Das Khepesh ist eine Waffe die ausschließlich für Hieb und Schnittechniken eingesetzt wurde. Stiche waren sicherlich auch im Einsatz jedoch erlaubt die Form des Khepesh recht schlechte Stichmöglichkeiten. Die Gefahr abgeleitet zu werden ist bei Stichen zu groß. Auch waren Stiche bei den Feinden Ägyptens nicht erforderlich. Panzerung gab es nahezu keine bis auf unsolide Schilder. Mit Hieben und Stichen konnte man am meisten Schaden austeilen. Ein großer Nachteil war jedoch das Material Bronze. Das Khepesh war sehr unsolide und anfällig für Scharten und Schäden. Sie gefundenen Stücke zeigten enorm große Schäden druch Kampfhandlungen. Es ist also nicht auszuschließen, dass das Khepesh im Kampf auch gerne mal enorm verbogen war oder sogar brach. Nichts desto trotz war ein Hieb mit der Khepesh ähnlich wie der einer Falcata. Er hinterließ schreckliche, eiternde Wunden, die häufig nach der Schlacht zum Tode führten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Alfherî« (4. Februar 2009, 19:43)


9

Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:13

@ Alfherî: als erstes mal ein Lob für diese Bibliothek der Waffenkund, aber mich würde interessieren aus welchen Quellen du dein Wissen schöpfst.
kuhrenntum seerum

Alfherî

unregistriert

10

Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:30

Aus empirischen Übrungen, da ich selbst mit jeder dieser Waffen seit langem trainiere (z.t. seit Kindheit)
Seit mehreren Jahren forsche ich historisch an allen möglichen Waffen. Das heißt ich beziehe meine Information aus:

Primären Quellen
Sekundären Quellen
Wissenschaftlichen Aufätzen
Archäologische Studien
Experten für historische Waffenkunde

Lediglich die Bilder sind irgendwo aus dem Internet. Das was ich hier darstelle ist keinesfalls eine vollständige Beschreibung wie welche Waffe eingesetzt wurde. Es gibt zum Teil genaue Darstellungen, aber den Rest muss man sich empirisch zusammenbasteln. Wenn du möchtest schicke ich dir per PM eine Bilbiographie zu der Waffe deiner Wahl. Das würde dir die Möglichkeit geben selbst über eine bestimmte Waffe zu "forschen". Jede Ergönzung hier in dieser Waffenkammer ist nur hilfreich :thumbup:

Alfherî

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11

Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:50

Römisches Pilum

Das römische Pilum stellte einen Teil der Zusatzausrüstung für die römischen Legionäre dar. Es ist ein Wurfspeer mit ganz besonderen Eigenschaften, die eine recht rafinierte Kriegsführung erkennen lassen. Das Pilum brachte den Legioären für den unmittelbaren Nahkampf gewisse Vorteile, die besonders barbarische Gegner, deren Hauptverteidigung durch den Schild erfolgte stark in ihren Handlungen einschrönken konnte.

Herkunft: Vorkommend in allen römisch geprägten Regionen
Zeit: leider unmöglich auch nur eine grobe Einschätzung zu geben
Länge: ca 1,50m
Material: Holz, Eisenspitze, häufig Bronzespitze

Kampfverhalten:
Das Pilum ist ein Wurfspeer, der aber auch in einer phalanxähnlichen Formationen als Stoßspeer zum Einsatz kam. Besonders im Nahkampf hat das Pilum einen entscheidenden Vorteil: Trifft es auf einen Schild ist es leicht die Spitze so zu verbiegen, dass das Pilum nichtmehr aus dem Schild gezogen werden kann. Der getroffene Feind ist nun nicht nur der Möglichkeit beraubt den Speer gegen den Feind einzusetzen, sondern auch der Schild ist in der Regel nutzlos. Ein Schild ist nicht richtig zu führen, wenn ein Speer in ihm steckt. Ein Feind ohne Schild war sehr häufig ein schutzloser Feind, der von einem Legionär wesentlich leichter niedergestreckt werden konnte. Der Legionär war in der Regel mit einem großen Schild ausgerüstet, der es ihm ermöglichte viele Attacken abzuwehren, der Gladius oder auch nur der Legionärsdolch Pugio genügte, um einen ungepanzerten Gegner niederzustrecken. Am Ende des Schaftes war öfters auch noch eine Spitze befestigt, die dazu diente, sollte man in einer Formation den Gegener "überlaufen", den Speer einfach in den Boden, auf den noch lebenden Gegner zu stechen. Das war ein kurzer Aufwand und gefährdete nicht die Formation.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Alfherî« (4. Februar 2009, 18:57)


12

Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:55

Das is mal ein guter einfall :!:

Super thread Alfheri :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

Alfherî

unregistriert

13

Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:59

@ Marbod
Thx, es dürfen natürlich auch Wünsche gemacht werden, und hier darf alles rein, auch Rüstungen etc. :thumbsup:

Alfherî

unregistriert

14

Donnerstag, 5. Februar 2009, 00:47

Sarissa (Griechischer Speer)

Die Sarissa war lange Zeit die wichtigste Waffe der griechischen Kriegsführung. Besonders in der klassischen und hellenistischen Antike als die Phalanx die bevorzugte Taktik darstellte war die Sarissa eine sehr effektive Formationswaffe. Alexander eroberte mit ihr sein Reich und die Griechen führten große Schlachten mit dieser Waffe. Und selbst in mystischen Zeiten der Antike war die Sarissa eine Waffe der Helden und besungenen Krieger.

Herkunft: gesamter Mittelmeerraum
Zeit: 2000 v Chr. - 160 n Chr.
Länge: ca.2m (mak. Sarissa ca. 5-6m)
Material: Holz/Bronzespitze, ind en allerseltensten Fällen Eisenspitzen

Kampfverhalten:
Die Sarissa ist für den offenen Kampf zwar gut geeignet um ein Duell auszufechten, für einen offenen Schlagabtausch eventuell zu einschränkend. Die makedonische Sarissa beraubt den Träger, ferner er keine weitere Nahkampfwaffe bei sich trägt, jeglicher Möglichkeit, da sie schlichtweg zu groß ist. Die große Stärke der Sarissa zeigt sich jedoch im Formationskampf. Kombiniert mit einem soliden Schild und eingereiht in eine Phalanx war die Sarissa perfekt um frontale Angriffe abzuwehren. Auch die makedonische Variante konnte so einen undurchdringlichen Speerwall herstellen, der es dem Gegner garnicht erst möglich machte in den direkten Nahkampf zu kommen, ohne von zahlreichen Stichen zu Tode zu kommen. Die Sarissa hat im Vergleich zu vielen anderen Speeren der Antike eine recht breite Spitze, die bei Auftreffen auf einen Menschen tiefe Stichwunden verursacht. Auch ist das Stichblatt groß genug um druch große schwingende Hiebe schwere Schnittwunden oder Risse zu verursachen. Entgegen der Meinung waren solche Kampfhandlungen in vorklassischer Zeit, als die Phalanx als Kriegstaktik längst nicht so bekannt und ausgefeilt war, vermutlich recht häufig. Die guten Einsatzmöglichkeiten und die Ergänzung und gegenbenfalls auch als Wurfspeer benutzbare Sarissa blieb nicht nur recht lange eine genutzte und gern gesehen Waffe, sondern sie ist Symbol der Wehrhaftigkeit unter den Griechen und ist auf zahlreichen Amphoren mit Helden wie Achilles oder Herakles abgebildet. Auch die Sarissa hatte am Ende des Schaftes eine Spitze. Dies gab sowohl für den Kampf mit Hieben raffinierte technische Möglichkeiten, sondern auch in der Phalanx überlaufene am Boden liegende Gegner mit einer einfachen Stichbewegung Richtung Boden zu töten, ohne die Formation zu gefährden.

Achilles und Hektor

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Alfherî« (5. Februar 2009, 00:52)


King-of-Kartago

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15

Donnerstag, 5. Februar 2009, 08:22

8o wow. :rolleyes: was für Informations flut! :rolleyes: :thumbsup: :rolleyes: :whistling: :rolleyes:

danke Alfherî :thumbup:

Chupacabra

Präfekt

Beiträge: 845

Wohnort: Weit weit weg

Beruf: Gelehrter der Monthy Python'schen Rituale

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16

Donnerstag, 5. Februar 2009, 12:25

Das wird ja immer besser :D

Darf man auch Ortschaften nennen wo hochwertige Waffen und Rüstungen hergestellt werden?

Dann können nämlich andere auch ein bisschen was zum Thread beitragen ^^

In memoriam: ~nushinta~

Alfherî

unregistriert

17

Donnerstag, 5. Februar 2009, 13:18

Das wird ja immer besser :D

Darf man auch Ortschaften nennen wo hochwertige Waffen und Rüstungen hergestellt werden?

Dann können nämlich andere auch ein bisschen was zum Thread beitragen ^^
Na klar, sofern sie ne gewisse "Tradition" haben oder vielleicht sogar geschichtliches machen (oder einfach durch gute Qualität).
Wiegesagt, hier darf ALLES rein ;-)

Takahasi

unregistriert

18

Donnerstag, 5. Februar 2009, 14:15

Ja, erste klasse din Thread, allerdings wurde die Sarisse erst zur Blüte Makedoniens eingesetzt und ersetzte damit den bis dahin gebräuchlichen Hoplitenspieß, der deutlch kürzer war und mit dem daher die Phalanx angreifbarer war. Auch möchte ich noch hinzufügen, dass eine Phalanx auf der linken Seite immer von Plänklnern (leichten Bewaffneten) begleitet wurde, da sonst diese Seite sehr ungeschützt war für einen Kavallerieangriff auf die linke Flanke.

Alfherî

unregistriert

19

Donnerstag, 5. Februar 2009, 14:33

Ja, erste klasse din Thread, allerdings wurde die Sarisse erst zur Blüte Makedoniens eingesetzt und ersetzte damit den bis dahin gebräuchlichen Hoplitenspieß, der deutlch kürzer war und mit dem daher die Phalanx angreifbarer war. Auch möchte ich noch hinzufügen, dass eine Phalanx auf der linken Seite immer von Plänklnern (leichten Bewaffneten) begleitet wurde, da sonst diese Seite sehr ungeschützt war für einen Kavallerieangriff auf die linke Flanke.
Das ist völlig richtig. Die Sarissa ist besonders unter hellenistischen Königen wie Alexander und seinen Phalangiten zur Geltung gekommen. Der Hoplitenspieß wie du ihn nanntest trug aber ebenfalls denselben Namen.
An den Flanken der Phalanx postierten die Griechen gerne Hyspaspisten, eine Nahkampfeinheit mit Falcaten oder anderen Kurzschwertern. Um die Kavallerie machte man sich weniger Sorgen, als um Nahkämpfer. Die Kavallerie konnte man ggbfl. mit der eigenen daran hindern ein Manöver hinter eine Phalanxlinie zu starten.
Makedonische Phalangiten
Hier ist meiner Meinung nach gut nachzuvollziehen, dass man von vorne unmöglich in den Nahkampf gehen konnte als Angreifer. Man betrachte den fünfach gestaffelten Speerwall.

Christophe101

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20

Donnerstag, 5. Februar 2009, 17:27

?( Ah hallo mein Freund ich wollte nur Kurz fragen wie es mit den Trainigszielen aussieht ? Bist du schon fertig damit ?

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